Posted - 5 Februar 2025
Kleine Signale: eine Erkundung der Ambient- und Calm-Technologie.
Von E-Mail- und Nachrichtenbenachrichtigungen bis hin zu Wetter- und Verkehrsmeldungen verlassen wir uns bei den meisten unserer alltäglichen Informationen auf bildschirmbasierte Geräte. Doch was wäre, wenn es eine bessere, menschlichere Art gäbe, Informationen zu erhalten? Können wir harmonischer mit der Technologie leben? Und wie können wir mit dem Aufkommen neuer Technologien neue Archetypen schaffen? Dies waren einige der Fragen, die wir für unseren Denkanstoß „Little Signals“ in Zusammenarbeit mit Google Seed Studio untersuchen wollten.
Wo alles begann: Ambient-Technologie
Wenn man von Ambient Tech spricht, denkt man oft an Produkte wie intelligente Glühbirnen und Lautsprecher. Hier bei Map sehen wir diesen Begriff in einem breiteren Rahmen verankert, der sich damit beschäftigt, wie eine Umgebung auf die Anwesenheit eines Menschen reagiert. Es geht um Konnektivität und Kommunikation, darum, die Außenwelt auf neue Art und Weise in Ihr Zuhause zu bringen, wo Informationen nicht nur über Ihr Smartphone, sondern über eine Reihe von Geräten mit menschlicherem Charakter kanalisiert werden.
Die Diskussion um die umgebende Technologie brodelt schon seit vielen Jahren unter verschiedenen Vorzeichen vor sich hin. Der Informatiker Mark Weiser prägte bereits 1988 den Begriff „Ubiquitäres Computing“: „Die tiefgreifendsten Technologien sind diejenigen, die verschwinden, die sich in den Alltag einweben, bis sie nicht mehr von ihm zu unterscheiden sind.“ Wenn etwas gut konzipiert ist, kann es scheinbar verschwinden, da Sie sich in seiner Umgebung ganz natürlich verhalten können.
Im Gegenteil, eine schlecht konzipierte Technologie wird zu einem Hindernis für das, was Sie erreichen wollen, da Sie Ihr Verhalten anpassen müssen, um Ihre Aufgaben zu erfüllen. Nehmen Sie zum Beispiel die Anwendung von Bildschirmen: Die frühe Haustechnik setzte Bildschirme oft dort ein, wo vorher keine waren, und versuchte, sie mit vertrauter Haushaltselektronik zu kombinieren. Aber der Bildschirm ist nicht immer die beste Lösung, um Informationen zu empfangen. Bei einem Bildschirm lehnen Sie sich nach vorne, sind eingetaucht und konzentrieren sich auf die jeweilige Aufgabe. Wenn wir uns zurücklehnen, können wir auch andere Dinge tun, während wir Informationen erhalten. Wir sind nicht vollständig von dieser einen Information abhängig und können stattdessen einen differenzierteren Austausch haben. Mit der richtigen Technologie können wir uns zurücklehnen und den Menschen mehr Wahlmöglichkeiten bei der Art und Weise geben, wie sie kommunizieren und in Verbindung bleiben.
Wohin gehen wir als nächstes?
Wir erhalten einen großen Teil unserer täglichen Informationen über bildschirmbasierte Produkte wie Mobiltelefone. Sind diese Geräte jedoch wirklich die geeignetsten für unser Zuhause? Und wie können wir angesichts der neuen Technologien neue Archetypen schaffen? Verwenden wir einfach dieselben Artefakte weiter und machen sie zu Hightech-Produkten, oder schaffen wir eine ganz neue Palette, mit der wir arbeiten können? Für uns ist Letzteres die Zukunft der Ambient-Technologie für das Zuhause – neue Produktarchetypen für neue Verhaltensweisen.
Auftritt: Kleine Signale
Little Signals wurde in Zusammenarbeit mit Google Seed Studio entwickelt und ist ein Denkanstoß, der auf dem Konzept der Ambient-Technologie und „ruhigen Technologie“ aufbaut – bei der die Interaktion zwischen der Technologie und ihrem Benutzer eher am Rande stattfindet als ständig im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. Wir haben uns dabei Alltagsgegenstände angesehen, die uns auf subtile Weise informieren – von den sich bewegenden Zeigern einer Uhr bis zum Pfeifen eines Kessels – und diese sensorischen Hinweise genutzt, um sechs konzeptionelle Objekte zu erstellen. Die daraus resultierenden Designs nutzen Bewegung, Schatten und Geräusche, um uns wissen zu lassen, wann unser digitales Leben Aufmerksamkeit erfordert, aber ansonsten darauf zu achten, ein Gefühl der Ruhe aufrechtzuerhalten.
Lernen Sie die Objekte kennen …
Luft interagiert mit ihrer unmittelbaren Umgebung. Luftstöße bewegen nahe gelegene Objekte, wie etwa die Blätter einer Pflanze, um Aufmerksamkeit zu erregen.
Button kombiniert Skalierung und Ton zur Kommunikation und Steuerung. Der obere Teil dreht sich – nach rechts für mehr Details, nach links für weniger – und wächst, wenn Informationen eingehen.
Movement besteht aus sieben Stiften, die durch ihre Höhe und Bewegung Informationen grafisch darstellen – wie einen Kalender oder einen Timer. Die Stifte funktionieren einzeln oder als Gruppe und werden zur einfachen Eingabe angetippt.
Rhythmus erzeugt Umgebungsgeräusche. Eigenschaften der Melodie vermitteln Eigenschaften der Information, wie ihre Wichtigkeit, Dringlichkeit oder Tonlage. Eine Bewegung über dem Objekt oder einfaches Umdrehen dämpft es.
Schatten kommuniziert durch die Bewegungen des Schattens, den er wirft. Sie zeigen den Status des Objekts an, beispielsweise durch sanftes Atmen bei Aktivität oder durch Strecken als Reaktion auf Anwesenheit.
Durch Tippen werden Oberflächen verwendet, um Töne zu erzeugen, die als Benachrichtigungen dienen. Ein stärkeres Tippen bedeutet dringlichere Nachrichten.
Durch den Einsatz von Modellbau, Stop-Motion-Animation, Film und Fotografie haben wir die Objekte zum Leben erweckt, um eine einzigartige Perspektive für zukünftige Interaktionen mit Technologie zu bieten. Wir hoffen, dass dieses Experiment die Designbranche dazu anregt, über die verschiedenen Möglichkeiten nachzudenken, wie wir mit Objekten und Technologie umgehen können.
Sehen Sie sich das gesamte Projekt auf der Website von Google an.
Lifestyle-Fotografie von Taran Wilkhu.
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